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-vorhabenbeschreibung- pdf 832 KB
Ziele
Wesentliches Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung und Umsetzung von
innovativen Strategien für ein nachhaltiges Freiflächenmanagement im
Ruhrgebiet. Im Zentrum steht ein zu entwickelndes regional abgestimmtes
Konzept zur Freiflächenbewirtschaftung und –pflege für den Emscher
Landschaftspark, als dem am weitesten planerisch entwickeltem und
realisiertem Regionalpark in Europa. Langfristiges Ziel ist es, die
gewonnen Ergebnisse auch gewinnbringend für andere Regionalparkmodelle
zu nutzen. Um die ästhetischen, ökologischen und sozialen Qualitäten,
die mit dem Emscher Landschaftspark verbunden sind, weiterzuentwickeln
und auszubauen sollen sowohl ökonomisch als auch ökologisch und sozial
tragfähige Nutzungs- und Pflegekonzepte für die Stadtlandschaft des
Ruhrgebietes entwickelt werden. Die Überprüfung der vorhandenen und die
Entwicklung neuer umfassender Qualitätsziele für alle Freiflächentypen
im Emscher Landschaftspark ist eine wesentliche Voraussetzung für ein
nachhaltiges Freiflächenmanagement. Zum einen müssen dabei die realen
ökonomischen Möglichkeiten und spezifischen Interessen der Flächeneigner
beachtet werden, zum anderen bedarf es aber auch einer theoretischen,
wissenschaftlich abgesicherten Grundlage zur Frage der Leitbilder einer
zukünftigen Stadtlandschaft im Ruhrgebiet. Die in den 1990er Jahren
entwickelte Leitvorstellung des Emscher Landschaftsparks als einer
nachhaltigen postindustriellen Kulturlandschaft mit „Industriekultur“
und „Industrienatur“ als Träger einer in der Vergangenheit verankerten
Identität (siehe DETTMAR + GANSER 1999), muss auf ihre weitere
Tragfähigkeit hin überprüft werden. Dahinter standen Vorstellungen von
einer mehr oder weniger intensiv gestalteten Parklandschaft für die
Erholung, die angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen des
öffentlichen Sektors und der aktuellen Entwicklungsprozesse,
insbesondere dem prognostizierten Bevölkerungsrückgang im Ruhrgebiet,
modifiziert werden müssen. Abgesehen davon wurde diese „Strategie“ kaum
wissenschaftlich fundiert, sondern planerisch praktisch ausprobiert im
Rahmen der IBA Emscher Park. Der Masterplan Emscher Landschaftspark 2010
(Projekt Ruhr 2005) differenziert diese Leitvorstellung in dem er
anknüpfend an das Vorhandene die Entwicklung der besonderen Qualitäten
einer industriell überformten Stadtlandschaft herauszuarbeiten sucht.
Industrielandschaft wird danach als Ausgangspunkt und Basis zukünftiger
Entwicklung, nicht als statisches oder museal zu konservierendes Bild
verstanden. Gleichwohl handelt es sich bei dem Masterplan um ein
planungspolitisch strategisches Werk, dass in der praktischen
Wirksamkeit zu überprüfen sein wird.